Die gescheiterten Vertragsverhandlungen zwischen Bundestrainer Joachim Löw und dem DFB trafen viele Fußballfans wie aus dem Nichts. So kurz vor der WM 2010 hätten wohl nur die wenigsten mit einem solchen Eklat gerechnet.

Trotz eines ominösen Handschlagvertrags, den Joachim Löw nun im Nachhinein dementierte, konnten sich beide Vertragsparteien nicht auf einen neuen Kontrakt einigen. Gescheitert sind die Verhandlungen offensichtlich zum einen an den überzogenen Forderungen von Oliver Bierhoff, der Joachim Löw mit vertrat und neben einer Einmalzahlung in Höhe eines Jahresgehalts auch ein Vetorecht bei einer Neubesetzung des Bundestrainerpostens forderte.

Zum anderen bekleckerte sich auch der DFB in dieser Angelegenheit nicht gerade mit Ruhm. DFB-Präsident preschte in Sachen Vertragsverlängerung schnell vor und verkündete bereits im Dezember eine Quasi-Einigung, die es wohl nie gegeben hat. Auch konnte er undichte Stellen im DFB nicht verhindern, die die prekären Vertragsdetails an die Öffentlichkeit brachten.

Vor allem die WM 2010 in Südafrika macht nun vielen Fußballfans Sorgen.

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Ab sofort gilt die Konzentration auf die WM 2010 und das Freundschaftsspiel von Deutschland gegen Argentinien, betonen Präsident, Manager und Trainer unisono. Das wird auch nötig sein, denn mit Australien, Serbien und Ghana warten drei nicht zu unterschätzende Gegner in der Vorrunde auf das Team von Joachim Löw.

Ein Verbleib von Trainer Löw bis zur WM scheint damit zwar gesichert. Was nach der Weltmeisterschaft passiert, steht allerdings derzeit noch in den Sternen. Möglich erscheint alles. Theo Zwanziger machte deutlich, dass er sich für eine Verlängerung des Vertrags von Joachim Löw einsetzen wird. Auch Löw hält sich natürlich eine Zukunft beim Deutschen Fußball-Bund offen. Genauso wenig will er zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ausschließen, dass sich die Wege zwischen ihm und dem DFB nach der WM 2010 trennen werden. Dem Fußball wird Löw jedoch sicherlich erhalten bleiben. Bereits einige Male wurde über eine Zusammenarbeit von Joachim Löw und dem Türkischen Fußballverband spekuliert, der den Deutschen gerne als Trainer seiner Nationalmannschaft verpflichten würde.

Erfahrungen in der Türkei hat Löw auf jeden Fall schon. Von 1998 bis 1999 war Joachim Löw Trainer bei Fenerbahce Istanbul und 2000 bis 2001 einige Monate in Adanaspor.

Wahrscheinlich ist, dass Joachim Löw das Abschneiden seines Teams bei der WM 2010 abwartet und im Anschluss daran über seine persönliche Zukunft entscheidet. Es bleibt spannend und spätestens nach der Weltmeisterschaft wissen wir mehr.

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