Joachim Löw, Oliver Bierhoff – Streit um Vertragsverlängerung
„Die gescheiterte Vertragsverlängerung“, ab Februar 2010 im Kino. Die Hauptdarsteller Joachim Löw, Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Theo Zwanziger. So könnte ein aktueller Kinofilm heißen, welcher den momentanen Streit um eine Vertragsverlängerung von Fußball Nationalmannschaftstrainer Joachim Löw beinhaltet. Seit einigen Wochen wird in den Sportnachrichten von keinem anderen Thema so ausführlich berichtet und ganz Fußball Deutschland macht eine stark verwirrende Phase durch, welche die Fragestellung aufkommen lässt, „Wie intakt das Team der DFB-Verantwortlichen vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wirklich ist?“.

Alles begann am 16 Dezember 2009. Der DFB gab bekannt, dass Bundestrainer Joachim Löw seinen Vertrag als Trainer der Deutschen Nationalmannschaft vorzeitig bis zum Ende der Europameisterschaft 2012 verlängert habe. Diese Vertragseinigung wurde laut DFB per Handschlag erzielt und die beteiligten Oliver Bierhoff, Theo Zwanziger und Joachim Löw wurden sich voller Harmonie einig. Vor einigen Wochen dann die große Erkenntnis. Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich öffentlich darüber, dass alle Informationen bezüglich einer unterschriebenen Vertragsverlängerung erlogen sein. Es hätte lediglich ein Vertragsgespräch in Frankfurt gegeben, welches jedoch auf Eis gelegt und bis zum Ende der WM 2010 in Südafrika vertagt wurde. Diese Pressemeldung peinigte die gesamte Glaubwürdigkeit des DFB. Präsident Theo Zwanziger sprach von „wichtigen inhaltlichen Differenzen“ zwischen ihm, Oliver Bierhoff und Joachim Löw. Gerüchten zufolge forderten Löw und Bierhoff für eine Vertragsverlängerung eine Bonuszahlung in Höhe eines kompletten Jahresgehaltes. Weiterhin hätte Oliver Bierhoff gefordert ein Einspruchsrecht für die Wahl des Bundestrainers zu bekommen. Joachim Löw äußerte sich zusätzlich verärgert und enttäuscht über die indiskrete Vorgehensweise des DFB in der Öffentlichkeit. So entstand eine muntere Ansammlung an Gerüchten und Streitigkeiten. Die Presse berichtete tagtäglich über neue Entwicklungen im Fall Bierhoff und Löw und es gelangten Dinge an die Öffentlichkeit, welche unbedingt hätten DFB intern bleiben müssen.

Damit die Chemie innerhalb der DFB Verantwortlichen nicht völlig den Bach runter geht, müssen sich die Streithähne nun zusammensetzen und gemeinsam daran arbeiten, die „wichtigen inhaltlichen Differenzen“ aus der Welt zu schaffen. Es kann nicht sein, dass Bundestrainer Löw so unter Druck gesetzt wird und es darf weiter hin möglich sein, dass Bierhoff und Löw eine Bonuszahlung in einer solchen Höhe verlangen. Alle drei Beteiligten haben Fehler gemacht, welche nur durch gemeinsame Aussprachen aus der Welt geschafft werden können. Der DFB hat sich öffentlich bei Bundestrainer Jogi Löw zu entschuldigen und sollte nicht mehr weiter daran arbeiten, seinen Bundestrainer vor dem wichtigen Ereignis der Weltmeisterschaft in Südafrika unnötig unter Druck zu setzen. Eine Vertragsverlängerung bis zur EM 2012 ist weiterhin vollkommen utopisch, da niemand wissen kann, welche Erkenntnisse die WM im Sommer bringen wird und ob der bisherige Bundestrainer noch im Anschluss an die Weltmeisterschaft ein geeigneter Kandidat für den Trainerposten ist. Alle Beteiligten müssen unbedingt die Nerven behalten und insbesondere Oliver Bierhoff muss mit seinen Forderungen nach einem Vetorecht für die Wahl des Bundestrainers auf dem Teppich bleiben. Keine Mannschaft kann es sich leisten, dass einige Monate vor der WM derartige Unruhen und Streitigkeiten entstehen und wenn sich die Beteiligten nicht schnellsten daran setzen, diese Probleme zu beseitigen, könnten diese Unruhen massive Auswirkungen auf die sportlichen Leistungen der Deutschen Nationalmannschaft haben.

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