Deutschland verliert gegen Serbien

Der Einstieg der deutschen Mannschaft in diese Fußball-Weltmeisterschaft war nahezu ideal. Vier Tore gegen Australien, manch einer sah Löws Jungs schon mit dem Pokal in der Hand.
Und dann ging im Spiel gegen Serbien alles schief.

Ein Schiedsrichter, der mehr Karten zog, als es diesem im Grunde fairen Spiel gut getan hat, der umstrittene Platzverweis von Klose, der verschossene Elfer von Poldi und Bälle, die lieber die Latte trafen als das Netz. Schließlich die unnötige 0:1 -Niederlage und kein vorzeitiger Einzug ins Achtelfinale. Die Fans waren frustriert und Löw so wütend, dass er vor aller Augen seine Wasserflasche malträtrierte. Es ist im Nachhinein müßig, den Schuldigen zu suchen.

Hätte Klose vorsichtiger spielen sollen oder war der Schiedsrichter übermotiviert?
Fakt ist, der Sieg wurde in einem Moment der Unaufmerksamkeit verschenkt, als die Serben den Schock der Deutschen über Kloses Gelb-Rote Karte ausnutzten.

Denn die deutsche Mannschaft war der serbischen keineswegs unterlegen und deren Sieg nicht zwangsläufig. Trotz der früher Störversuche der Serben spielte sich das Geschehen über weite Strecken nicht vor dem deutschen sondern dem serbischen Tor ab und es schien eine Frage der Zeit, wann endlich das ersehnte Tor für Deutschland fallen würde.

Die Mannschaft zeigte Biss auch gegen einen offensiven und schwierigen Gegner und sie ließen sich nach dem kurzen Augenblick des Schocks nicht davon beeindrucken, dass sie in Unterzahl spielten. Die Spieler um den Mannschaftskapitän Phillip Lahm übernahmen Verantwortung und waren da, wo sie gebraucht wurden.

Die deutschen Spieler wichen Zweikämpfen nicht aus und nahmen den Serben unverdrossen immer wieder die Bälle ab, ehe die sich zu einem Gegenangriff formieren konnten.
Natürlich gab es auch Schwächen, Pässe etwa, die ins Leere gingen und ein Holger Badstuber, der mit seiner Position und dem Serben Krasic überfordert schien. Nichts also, was nicht vor dem nächsten Spiel behoben werden könnte.

Die deutschen Jungs mögen zwar das Spiel gegen Serbien verloren haben, in keinem Fall aber ihre Linie und ihren Willen. Löw setzt weiterhin auf sein Team und das mit Recht, denn eine so spritzige und an allen Positionen kämpfende deutsche Mannschaft muss sich wahrlich nicht hinter den anderen verstecken.

Noch ist der Traum vom Weltmeistertitel nicht ausgeträumt. Und im Übrigen hat ein kleiner Dämpfer den Deutschen in einem Turnier noch immer gut getan.

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